Zur Lehman-Pleite vor zwei Jahren: Der blinde Fleck im Auge der Banken

dctp.tv beleuchtet in der Themenschleife „Der blinde Fleck im Auge der Banken“ die Unvorhersehbarkeit der Finanzwelt. In zehn Filmen analysieren Alexander Kluge und seine Gesprächspartner Ursachen diverser Finanzkrisen, die Reaktionen der Ökonomie und die daraus resultierenden Folgen für die Gesellschaft.

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Wie verhalten sich intelligente Akteure in einem Labyrinth? Wie handeln Banken in der Krise? Auf was kann man sich verlassen? Die Griechenland-Krise und die Bankenkrise bilden eine Herausforderung an sämtliche traditionelle Lehrmeinungen in der Ökonomie und in der Soziologie. Zehn Filme mit Dirk Baecker, H. M. Enzensberger, Joseph Vogl, Lord Ralf Dahrendorf, Dr. Harald Schumann, Jakob Arnoldi, Hannelore Hoger und vielen anderen.

Folgende Filme finden sich in der Themenschleife „Der blinde Fleck im Auge der Banken“ auf dctp.tv:

Der blinde Fleck im Auge der Banken
Der Sturz von Lehman Brothers und die Kollateralschäden, die die Bankenkrise auslöste, bilden eine Herausforderung an sämtlichen traditionellen Lehrmeinungen in der Ökonomie und in der Soziologie. Dirk Baecker, Soziologe an der Zeppelin-Universität in Friedrichshafen, über die Frage: Worauf kann man vertrauen? Worauf kann man auf keinen Fall vertrauen?

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Was heißt Börse auf Russisch?
Mit Galina Antoschewskaja. In der russischen Sprache ergeben sich zwischen den Worten „Börse“, „Haus“ und „Wirtschaft“ andere Verknüpfungen, als in anderen europäischen Sprachen.

Die Zukunftssüchtigkeit des Kapitals
Mit Joseph Vogl. Das Kapital und der Kredit beleihen die Zukunft. Sie waren von jeher Fantasieprojekte. Hieraus und nicht aus der Realität beziehen sie ihre Rasanz und Durchschlagskraft. „Das Kapital macht den Dingen Beine“.

Ein Denkmal für den unbekannten Finanzsoldaten
Bekannt ist das Denkmal für den unbekannten Soldaten. Es ehrt die anonymen Gefallenen des Kriegs. Die Fußsoldaten des Finanzwesens, zum Beispiel die Buchhalter und die Gerichtsvollzieher, blieben bisher ohne eine solche Ehrung. Einem Vorschlag Peter Sloterdijks folgend, entwickelt die bekannte Architektin Hildegard Mückert derzeit ein solches Denkmal für Berlin-Mitte. Es geht um einen Bau, der, einem Stollen ähnlich, in die Tiefe führt. Formal hat die Architektin sich am Untergang eines großen Dampfschiffes im Jahr 1912 orientiert.

Die Grenzen der Modelle
Mit Hans Magnus Enzensberger. Die These, sagt Enzensberger, dass Märkte Gleichgewichte herstellen, hält der Prüfung nicht stand. Das Chaos des Lebens lässt sich nach mathematischen Modellen nicht beschreiben.

John Law und die Erfindung der Wertpapiere
Mit der Erfindung der Wertpapiere in Frankreich im 18. Jh. verbindet sich die erste große Finanzkatastrophe. Der Bankier des Königs namens John Law hatte zunächst Erfolge, produzierte eine Spekulationsblase und endete einsam im Exil in Venedig.

Das Dahrendorf-Problem
Für mittelalterliche Scholastiker wie Thomas von Aquin zählte die Akedia zu den Todsünden. Es handelt sich um eine träge Form der Verzweiflung, sie macht unbeweglich und ist die schärfste Feindin der Freiheit. Eine andere Gefährdung der Freiheit besteht im Stop Trying: Freiheit ist gegeben, wird aber nicht genutzt. Für das notwendige trial and error-Verfahren fehlt ein wesentliches Glied: Nicht einmal Irrtum setzt die Welt noch in Bewegung. Mit dem Soziologen Lord Ralf Dahrendorf, dem langjährigen Chef der London School of Economics.

Wie lange haben wir noch Zeit?
Die starken Echos der Finanzkrise überdecken, dass sich die Probleme auf unserer Erde auch auf anderen Gebieten häufen. Der globale Countdown fordert die Verständigung über eine neue Weltordnung. Diese setzt eine nachhaltig stärkere Beteiligung und Eigeninitiative der Bürger voraus. Und zwar auf der Ebene, auf der sie sich auskennen.
Der Journalist und Autor Dr. Harald Schumann, Redakteur des Berliner Tagesspiegel, berichtet.

Physikalische Erkärungen der Finanzkrise
Mit Prof. Dr. Stefan Bornholdt, Universität Bremen.
Noch immer sind Mathematik und theoretische Physik die Voraustruppe der menschlichen Intelligenz. Tatsächlich können Erfahrungssätze der theoretischen Physik Einzelheiten der Finanzkrise erklären helfen. Kein geschlossenes System (und die Finanzwelt ist ein solches) hat sich je selbst reformiert. Es war immer eine Übertragung von Gedanken aus einem fremden Ressort nötig, wenn es um überraschende Änderungen ging.

Der Angriff der Zukunft auf die Gegenwart
Die große Finanzkrise wird vielfach mit dem Crash von 1929 verglichen. Näher liegt der Vergleich z. B. des Zusammenbruchs der Bank Bear Stearns oder Lehman Brothers mit der Havarie des Kernkraftwerke Tschernobyl oder Harrisburg. In diesem Zusammenhang ist zu unterscheiden zwischen Risiken, die durch Wahrscheinlich-keitsrechnung und die Mathematik des Grenzwertsatzes näher bestimmt werden können und purem Nichtwissen, das mit keinerlei mathematischen Formeln oder geschäftlichen Tricks ausgeglichen werden kann.
Die tiefere Ursache der Finanzkrise, sagt der Soziologe Dr. Arnoldi, liegt im System der Ausgrenzung des sog. „framing“. In überkomplexen Technologien müssen Teile der Realität unbeachtet bleiben, damit überhaupt gehandelt werden kann. Was aber dabei ausgegrenzt wird, unterliegt bisher keiner hinreichenden Aufmerksamkeit. Die Forschungen von Niklas Luhmann (Kritische Systemtheorie) und Ulrich Beck (Risikotheorie) sind hier grundlegend. Der Soziologe Jakob Arnoldi, Vize-Dekan für Forschung an der Aarhus University in Dänemark, berichtet.

Direktlink zur Themenschleife „Der blinde Fleck im Auge der Banken“:
www.dctp.tv/blinde-fleck-im-auge-der-banken/

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